Er macht es uns nicht ganz leicht. Morgens dunkel, nachmittags gefühlt schon wieder dunkel, dazu Regen, Nebel und dieses Wetter, bei dem man plötzlich sehr ernsthaft über Wärmflaschen nachdenkt. Ja, der November ist selten der Monat, auf den alle sehnsüchtig warten. Und trotzdem … er hat etwas.Vielleicht, weil das Jahr langsam leiser wird. Weil wir wieder mehr Zeit drinnen verbringen, vielleicht auch Dinge zu Ende bringen, nachdenken und manchmal auch ein bisschen genauer hinschauen: auf uns selbst, auf das, was uns guttut, und auf all die Erwartungen, denen wir ganz nebenbei hinterherlaufen.
Die Redaktion
Er macht es uns nicht ganz leicht. Morgens dunkel, nachmittags gefühlt schon wieder dunkel, dazu Regen, Nebel und dieses Wetter, bei dem man plötzlich sehr ernsthaft über Wärmflaschen nachdenkt. Ja, der November ist selten der Monat, auf den alle sehnsüchtig warten. Und trotzdem … er hat etwas.Vielleicht, weil das Jahr langsam leiser wird. Weil wir wieder mehr Zeit drinnen verbringen, vielleicht auch Dinge zu Ende bringen, nachdenken und manchmal auch ein bisschen genauer hinschauen: auf uns selbst, auf das, was uns guttut, und auf all die Erwartungen, denen wir ganz nebenbei hinterherlaufen. Zum Beispiel beim Thema Looksmaxxing. Was mit Hautpflege, Fitness und einem besseren Haarschnitt ziemlich harmlos beginnt, kann in sozialen Netzwerken schnell zu einem ziemlich gnadenlosen Wettbewerb um das vermeintlich perfekte Aussehen werden. Besonders junge Männer geraten dabei zunehmend unter Druck. Ein Thema, das zeigt, wie schmal der Grat zwischen Selbstfürsorge und Selbstoptimierung manchmal ist. Mehr dazu in: »Schöner, stärker, radikaler?«
Vielleicht ist es deshalb gar keine schlechte Idee, zwischendurch einfach mal »offline« zu gehen. Stricken, puzzeln, lesen, malen oder wieder Briefe schreiben,
analoge Hobbys feiern gerade ein erstaunliches Comeback. Nicht, weil plötzlich alle Technik verteufeln. Sondern weil es offenbar ziemlich wohltuend sein kann, etwas zu tun, bei dem kein Algorithmus entscheidet, was als Nächstes kommt.
Apropos Bildschirm: Der begleitet uns inzwischen schon eine ganze Weile. Vor 100 Jahren präsentierte John Logie Baird erstmals öffentlich ein funktionierendes Fernsehverfahren. Von flackernden Schattenbildern bis zu Streaming, Mediatheken und riesigen Flatscreens war es ein weiter Weg. Grund genug, einmal zurückzuschauen, »wie die Welt eigentlich ins Wohnzimmer kam«.
Und wir beschäftigen uns mit einer Frage, die erstaunlicherweise noch immer Rechtfertigungen provoziert: Muss zu einem erfüllten Leben zwingend Nachwuchs gehören? Unser Beitrag »Kinderlos glücklich« zeigt: Nein. Familie kann vieles bedeuten – und ein gutes Leben hat keine vorgeschriebene Besetzung.
Vielleicht passt genau das zum November. Nicht alles muss lauter, schneller oder perfekter werden. Manches darf einfach passend sein. Na dann: Licht an, Tee auf den Tisch, Handy vielleicht mal weg und viel Freude mit unserem neuen KOMPASS.
Man nehme zwei Musiker in schwarz-weißen Fantasiekostümen, eine Doppelhalsgitarre und ein Schlagzeug und heraus kommt Instrumentalmusik, die gleichzeitig schräg, kompliziert und erstaunlich tanzbar klingt. Angine de Poitrine haben sich innerhalb weniger Monate vom kanadischen Undergroundprojekt zum weltweiten Internetphänomen entwickelt. Wer hinter den Masken steckt, bleibt geheim.
Foto Constantin Monfilliette
Seit mehr als 30 Jahren begleitet Wildwasser ZWICKAUer Land Menschen, die häusliche Gewalt erleben. Mitarbeiterin Julia Nagler erklärt, warum Gewalt oft lange unsichtbar bleibt, was Betroffene wirklich brauchen und weshalb ein erstes Gespräch noch keine Entscheidung verlangt.
Foto Dmitry Schemelev // unsplash.com
Ernie und Bert, das Krümelmonster, Samson und Finchen begleiten seit Generationen durch den Vorabend. Wie die Figuren entstanden sind, weiß dagegen kaum jemand. Puppenspieler Martin Reinl und Podcaster Julian Schlichting berichten vom Alltag mit Klappmaulpuppen und Plüschmonstern. Sie erzählen von der ärztlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung, die im Samson-Kostüm Pflicht war, und davon, wie eine neue Figur überhaupt entsteht. Archivmaterial aus fünf Jahrzehnten Fernsehgeschichte zeigt, wie viel Handarbeit in jeder Folge steckt.
Foto Danny Frede
Looksmaxxing, also das Optimieren des eigenen Aussehens, klingt nach Hautpflege, Fitness und Styling-Tipps. Doch hinter dem scheinbar harmlosen TikTok-Trend steckt oft mehr: ein gnadenloses Körperideal, gefährliche Selbstoptimierung und eine digitale Männerkultur, in der die eigene Unsicherheit für rechtsextreme Zwecke ausgenutzt wird. Geldmacherei Für nahezu jede Unsicherheit bekommt man im Netz ein Produkt, eine Routine, eine Operation oder einen vermeintlichen Trick angeboten.
Foto Sebastian Loeillot // pexels.com
Heiner Lauterbach ist Schauspieler, leidenschaftlicher Leser und Musikfan. In seinem neuen Bühnenprogramm »Like a Hobo« nimmt der 73-Jährige das Publikum mit auf eine literarisch-musikalische Reise durch die USA. Er begegnet großen Erzählern wie Mark Twain, Jack London und John Steinbeck und verbindet ihre Geschichten mit dem Blues von Robert Johnson und Son House. Ein Gespräch über Schauspielkunst, die Kraft des Erzählens und das Gute an Amerika.
Foto Elena Zauke
Stricken, Puzzeln und Tagebuchschreiben wirken wie Gegenentwürfe zum digitalen Alltag. Vor allem junge Menschen entdecken Beschäftigungen ohne Bildschirm neu – und zeigen sie anschließend auf Social Media. Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch.
Foto Tanaphong Toochinda // unsplash.com
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